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Motivation zu einem neuen Lebensstil




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ZIBIL_H

22.08.2006 10:10
Motivation zu einem neuen Lebensstil
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Hallo alle,

für eine langanhaltende Gewichtsabnahme und bessere Gesundheit, so höre ich überall, soll nicht eine Diät durchgeführt, sonder der Lebensstil gesünder gestaltet werden. Das tönt sehr einfach und ist doch so schwierig.

Wie können eingeschliffene Verhaltensmuster verlernt werden? Ich denke da vor allem an das Trostessen, das Belohnungsessen usw. die ja genau dann einschlagen, wenn es einem weniger gut geht und die Kontrolle über das Essen deshalb eh schwach ist.

Wenn sich jemand ansich gern bewegen würde, es aber nie tut, weil ... tja, keine Lust, morgen dann, lieber essen, Fitnessstudios sind blöd... wie kann man jemand solchen zur Bewegung motivieren?

Wo kann die Motivation angesetzt werden?

Ich habe schon Ideen, aber es wäre toll, Erfahrungen von anderen zu hören um vielleicht auf andere Bahnen zu kommen.

Vielen Dank.


JUDITH

22.08.2006 10:45
AW: Motivation zu einem neuen Lebensstil
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Letztendlich ist "Zwangsmotivation" ("Tu das oder Du wirst fett", "Tu das, oder Du darfst Dir die tolle Lotion nicht kaufen") etwas, das nur kurzfristig funktioniert. Ist wie beim Lernen. Hin und wieder kann man sich mit "Wenn Du heute viel lernst, gehst Du am Abend ins Kino" oder mit "Wenn Du nicht lernst, wirst Du durchfallen" an den Schreibtisch zwingen, aber wenn das die einzige Motivation ist, wird das ein gruseliges Studium... Die einzige Form der Motivation, die langfristig und kontinuierlich funktioniert, ist die intrinsische: Es muß Spaß machen, es muß sich gut anfühlen, oder zumindest muß ich wirklich das Gefühl haben, es für mich zu tun. Deshalb werden aus den meisten Sportmuffeln nicht wirklich Sportfans. Sie zwingen sich einige Zeit erfolgreich, und wenn der Druck nachläßt, läßt auch der Sport nach. Deshalb finde ich es sinnvoller, langfristig auf Dinge zu bauen, die man auch tut, ohne hypermotiviert sein zu müssen. Fitnesstudio kostet Überwindung? Schwimmen macht Spaß? Schwimmen gewinnt. Joggen ist eine lästige Qual? Alle Wege mit dem Fahrrad erledigen eine angenehme Auszeit? Fahrradfahren gewinnt. Man kann auch die anderen Formen der Bewegung probieren - vielleicht findet man ja doch Spaß daran. Aber wenn man drei Monate lang drei mal die Woche joggen war, und es kostet immer noch jede Menge Überwindung, dann bringt es das nicht unbedingt.
ENTE26

22.08.2006 10:52
AW: Motivation zu einem neuen Lebensstil
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hallo!

motivation und durchhaltevermögen sind beim umstieg auf einen neuen lebensstil das wichtigste. denn eigentlich wissen wir alle ja wies funktioniert, aber leider gibts recht viele stolpersteine, die uns zwingen wollen in alte gewohnheiten zurückzufallen.

mir helfen in solchen problemsituationen (frust, traurigkeit, stress, ...) keine ablenkungsaktionen. man kann auch beim ablenkungsspaziergang zum mc donalds abbiegen, man kann auch in der ablenkungsbadewanne schokolade essen und beim ablenkungstreffen mit der freundin in den eissalon gehen

mir helfen in diesen situationen die entsprechenden gedanken bzw. leitsätze, die ich mir einfach vorsage.

um mich vor frustessen zu bewahren:

  • "jetzt hab ich schon so lange mein neues ess/sportverhalten durchgehalten, schon ein paar kilos abgenommen, diesen erfolg mach ich mir jetzt nicht durch eine dumme aktion kaputt"
  • "mein körper kann nichts dafür, dass es meiner seele schlecht geht"
  • "ich warte einfach ein bißchen, lass die negativen gefühle zu (ohne sie mit essen zu betäuben) - es geht sicher bald vorbei"
  • "kein streit auf der welt ist es wert, dass ich mich schlecht behandle (durch ungesundes essen)"

um mich zum sport zu motivieren:

  • "nachher fühlt man sich immer gut"
  • "einfach nicht nachdenken - ich tu es jetzt einfach"

würde mich interessieren ob ihr auch solche gedanken verwendet oder ob bei euch die ablenkungsaktionen helfen?!

lg tanja


ZORNSCHES-LEMMA

24.08.2006 14:13
AW: Motivation zu einem neuen Lebensstil
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Am allerbestem funktioniert bei mir kognitive Umstrukturierung. Ist jetzt ein schwieriges Wort für ein ganz einfaches Phänomen:

Wenn ich mich mit Sachen "bestrafe" z.B. :"Heute Sport, denn ich habe so viel gegessen" dann verbinde ich Sport (oder Obst o.ä.) mit etwas Negativem. Und mache es dann nicht gerne.

Statt dessen sage ich mir: Jetzt habe ich so viel gegessen, jetzt habe ich richtig das Bedürfnis, mich zu bewegen. Das wird toll, danach fühl ich mich leicht und gut.

Oder: Jetzt leiste ich mir diese leckeren Weintrauben als Belohnung!! (und nicht, die leckere Schokolade)

Ihr glaubt nicht, dass das hilft? Ehrlich, ist sogar wissenschaftlich bewiesen. Genau nach dem gleichen Schema laufen Psychotherapien ab. Alles was da gemacht wird (grob gesagt) ist kognitive Umstrukturierung!!

LG,

Claudia


DENISE14

24.08.2006 19:43
AW: Motivation zu einem neuen Lebensstil
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@Claudia
Das ist jetzt interessant, denn gerade heute hatte ich wieder Gruppentherapie wo wir dieses Thema in Angriff genommen haben.
Aber wenn wir letztendlich einfach ganz ehrlich zu uns selber sind, sollte es eigentlich auch funktionieren.
Das heisst für mich ganz konkret:
  • ich entscheide mich ganz bewusst abzunehmen
  • durch diese Entscheidung muss ich unteranderem immer mehr Bewegung in meinem Leben einbauen und einplanen
  • auch hier gibt es grundsätzlich einfach mal die Entscheidung dazu
  • dann geht es daran ganz geziehlt in ganz kleinen Schritten Dein Leben in diese Richtung zu verändern
  • mit der Zeit (man sagt eine Umstrukturierung benötigt ca. 1/2 Jahr bis sie im Hirn verankert ist) geht alles in Gewohnheit über und es braucht dann keine Motivation mehr, denn Dein Lebensstil ist ja nun eingerichtet.
Ich bin gerade daran mein Leben langsam zu ändern, sprich "schlechte Gewohnheiten" in "gute Gewohnheiten" umzustrukturieren. Es braucht wirklich viel Zeit und immer wieder aufs neue die Entscheidung.
ICH WILL ----- ICH WILL ------ ICH WILL

BIENE

24.08.2006 21:19
AW: Motivation zu einem neuen Lebensstil
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Ich treibe den Sport, der mir Spaß macht und setze mich nicht unter Leistungsdruck. Es ging mir nie darum, in 30 min eine Mindestzahl an Bahnen zu schaffen oder ähnliches. Gerade für den Einstieg war das wichtig: ich bin eine Wasserratte, also gehe ich schwimmen und zwar mindestens 30 Minuten. Wenn ich nach 30 Minuten noch Lust auf mehr habe, dann schwimme ich mehr.

Da Schwimmen im Moment zeitlich gar nicht geht, musste ich mir was neues suchen, denn an die Bewegung hatte ich mich nach 3 Minaten bereits so gewöhnt, dass ich die Auslastung durch den Sport vermisst habe. Aus der Not heraus habe ich angefangen zu joggen/walken (im Wechsel). Auch das ohne Druck und ohne etwas beweisen zu wollen - und plötzlich macht es Spaß.

Es ist also wirklich eine Kopfsache und braucht Zeit und etwas Konsequenz am Anfang. Mir hat es geholfen zu wissen, dass ich ein Ziel habe, dass ich erreichen kann. Die Belohnung kam mit der Erkenntnis, dass die alten Hosen wieder passen.


ZIBIL_H

28.08.2006 09:22
AW: Danke für die Anregungen
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Hallo und vielen Dank für eure Gedanken! Die Motivation scheint vor allem im Wollen zu liegen, dann helfen die Strategien. Will man nicht wirklich, halten auch die nicht. Und in der Bewegung, dass man sich daran gewöhnt und sie mit der Zeit auch braucht, womit die Motivatin dann in der Sache selbst liegt. Mir ist es zeitweise auch mit dem weniger und gesünder essen so gegangen: Das neue Gefühl von "satt" war mir viel angenehmer als das Völlegefühl von früher.


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