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GPS-Technologie im Profisport

Von Gastbeitrag· Aktualisiert 15. Juni 2026· 5 Min. Lesezeit

Die Global-Positioning-System-Technologie wird im Profisport schon seit einiger Zeit eingesetzt, sowohl im Training als auch im Wettkampf. Durch den Einsatz von EPTS-Geräten (Electronic Performance and Tracking System) können Teams die Bewegungen der Spieler auf dem Spielfeld verfolgen und große Mengen an Daten über deren Leistung sammeln, etwa zur Laufgeschwindigkeit, zur zurückgelegten Distanz, zur Position auf dem Spielfeld, zur Herzfrequenz und zur körperlichen Arbeitsleistung.

Was früher exklusiven Spitzenmannschaften vorbehalten war, ist heute ein fester Bestandteil moderner Trainingslehre geworden. Die Kombination aus präziser Positionsbestimmung und biometrischen Messwerten erlaubt es, die Belastung eines Athleten objektiv zu erfassen, statt sich allein auf das Bauchgefühl der Trainer zu verlassen.

Fit oder nicht fit?

Diese tragbaren Geräte und die gesammelten Daten haben mehrere Verwendungszwecke. Einer der wichtigsten ist die Prävention von Verletzungen. Durch die Verfolgung der Sprints und der zurückgelegten Strecke eines Spielers kann der Trainer feststellen, ob der Athlet für das nächste Spiel fit ist oder von einer Pause profitieren würde.

Studien haben gezeigt, dass es zu mehr Verletzungen kommt, wenn Athleten mit einer höheren Rate trainieren als im Saisondurchschnitt. Eine Erhöhung der Trainings- und Spielintensität ohne ausreichende Erholung kann die Verletzungsrate deutlich steigen lassen. Trainer können Verletzungen heute frühzeitig erkennen und verhindern, indem sie die Sportler per GPS-Tracking überwachen. So lassen sich fundierte Entscheidungen treffen: Trainiert ein Spieler zu viel, braucht er eine Pause oder ist er in Topform?

Gerade in Phasen mit vielen Spielen in kurzer Folge ist diese Steuerung der Belastung Gold wert. Sie hilft, das Risiko von Muskelverletzungen zu senken und die Verfügbarkeit der Spieler über eine lange Saison hinweg zu sichern.

Nutzung des GPS - Verbesserung der Taktik

GPS wird jedoch nicht nur eingesetzt, um die Gesundheit und Fitness eines Spielers zu verfolgen. Der Wert der durch EPTS-Geräte gesammelten Informationen geht weit darüber hinaus. Diese Daten können auch die Position eines Spielers auf dem Spielfeld abbilden, um die am häufigsten beanspruchten Bereiche zu identifizieren und Einblicke zu geben, wie gut die verschiedenen Zonen genutzt wurden. Das ist eine wertvolle Grundlage, um Training und Entwicklung einzelner Spieler an deren physische und taktische Bedürfnisse anzupassen.

Die Art der von den GPS-Trackern erfassten Daten kann je nach Anbieter und den Anforderungen des Teams stark variieren. Wie in den meisten Bereichen der Leistungsanalyse müssen die erfassten Werte im Kontext der Sportart, des Sportlers oder der jeweiligen Situation richtig interpretiert werden. Zwei Athleten können zum Beispiel dieselbe Strecke mit der gleichen Durchschnittsgeschwindigkeit zurücklegen - doch ein Blick auf die Herzfrequenz oder die Geschwindigkeitsintervalle gibt einen genaueren Einblick in ihre Fitness und in die Belastung, die jeder Körper auf sich nimmt, um dieses Ergebnis zu erzielen.

Es gibt verschiedene Anbieter von GPS-Technologien, die Geräte und Dienstleistungen für professionelle Vereine und Sportler bereitstellen. In der Vergangenheit war die Anschaffung dieser Technik selbst auf professionellem Niveau für viele Teams kaum finanzierbar. Mit dem technologischen Fortschritt werden die Geräte jedoch immer günstiger, sodass mittlerweile auch kleinere Vereine sie für Trainingseinheiten und Spielerentwicklung nutzen können.

Die Aufgaben von Sensoren

Diese tragbaren Geräte werden in der Regel am Oberkörper des Sportlers angebracht. Sie bestehen aus mehreren Sensoren, die unterschiedliche Metriken erfassen, und ermöglichen die Speicherung sowie die Übertragung der Daten an einen gemeinsamen Datenspeicher. Vier Arten von Sensoren kommen heute in Player-Tracking-Geräten zum Einsatz: ein Beschleunigungsmesser, ein Gyroskop, ein Magnetometer und ein GPS-Modul.

Jeder dieser Sensoren hat eine eigene Funktion, die die Rolle der anderen ergänzt. Ein Beschleunigungsmesser erfasst die Änderungen der wahrgenommenen Kräfte, während ein Gyroskop diese Werte um die Richtungsinformation ergänzt, indem es die Lage des Körpers relativ zur Erdanziehung bestimmt. Das Magnetometer dient als eine Art digitaler Kompass und hilft, die Ausrichtung präzise festzulegen. Das GPS-Modul schließlich liefert die Position auf dem Spielfeld und damit die Grundlage für Distanz- und Geschwindigkeitsmessungen.

Erst das Zusammenspiel aller Sensoren ergibt ein vollständiges Bild der Bewegung. So lassen sich nicht nur Geschwindigkeit und Distanz, sondern auch Beschleunigungen, Richtungswechsel und die Intensität einzelner Aktionen sehr genau abbilden.

Die Zukunft des GPS im Sport

Die Entwicklung steht nicht still. Sensoren werden kleiner, leichter und genauer, und die Datenmengen, die sich auswerten lassen, wachsen stetig. In Verbindung mit Methoden der Datenanalyse und des maschinellen Lernens entstehen Werkzeuge, die nicht nur den aktuellen Zustand eines Athleten beschreiben, sondern auch Tendenzen für die kommenden Wochen abschätzen.

Denkbar ist, dass GPS-Tracking künftig noch stärker mit anderen Datenquellen wie Schlafmonitoring, Ernährung und Regenerationsmessungen verknüpft wird. So könnten Trainer und medizinische Teams ein ganzheitliches Bild der Belastung erhalten und die Trainingsplanung noch individueller gestalten. Auch im Breiten- und Nachwuchssport dürften diese Technologien dank sinkender Kosten weiter an Bedeutung gewinnen.

Klar ist: GPS und EPTS haben den Profisport bereits verändert und sind aus dem modernen Leistungssport nicht mehr wegzudenken. Wer die Daten klug interpretiert, gewinnt einen echten Vorteil - sowohl bei der Gesundheit der Athleten als auch in der taktischen Ausrichtung.

Häufige Fragen

Wofür werden GPS-Daten im Profisport genutzt?

Vor allem zur Steuerung der Trainingsbelastung, zur Prävention von Verletzungen und zur taktischen Analyse. Die Daten zeigen unter anderem Laufdistanz, Geschwindigkeit, Position auf dem Spielfeld und die körperliche Beanspruchung einzelner Spieler.

Welche Sensoren stecken in einem Player-Tracking-Gerät?

Typischerweise ein Beschleunigungsmesser, ein Gyroskop, ein Magnetometer und ein GPS-Modul. Erst ihr Zusammenspiel erlaubt es, Bewegungen, Richtungswechsel und Intensität präzise zu erfassen.

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